„Am Volk vorbei“

Jörg Baberowski zeigt in seinem Buch “Am Volk vorbei. Zur Krise der liberalen Demokratie“ Fehlentwicklungen und Defizite unserer Demokratie auf. Für die abnehmende Attraktivität und das Erlöschen des demokratischen Leuchtfeuers gibt es lt. Baberowski mehrere Gründe.

Früher galt die Maxime, dass Demokratien Garanten für Wohlstand sind. Heute zeigen Länder wie Saudi-Arabien, Vietnam und China, dass auch autoritäre oder totalitäre Systeme ihren Bürgern Wohlstand bieten können.

Alte Demokratien sind heute zunehmend weniger in der Lage, ihren Bürgern den gewohnten Wohlstand zu erhalten und das soziale Netz zu sichern.

Hinzu kommt, dass sich eine kritikresistente Politikerkaste herausgebildet hat, die sich mehr und mehr vom Volk entfernt. Dies führt dazu, dass neue Parteien Zulauf erhalten, die das radikal ändern wollen. Eigentlich gehören solche Selbstheilungskräfte zu den Vorzügen einer funktionierenden Demokratie. Von den etablierten Parteien werden sie allerdings als Gefahr für die Demokratie gesehen und mit offensichtlich undemokratischen Methoden mundtot gemacht.

Anhand historischer Beispiele zeigt Baberowski das Grundproblem jeder Volksherrschaft auf. Das Volk ist zwar Souverän, kann sich aber nur über Repräsentanten selbst regieren. In den westlichen Demokratien bestehen zwar demokratische Verfahren formal fort, sind jedoch politisch ausgehöhlt. Entscheidungen werden zunehmend von Experten, Gerichten und Verwaltungseliten und immer weniger von gewählten Volksvertretern getroffen.

Politische Alternativen werden von den Regierenden als verantwortungslos oder unmoralisch diskreditiert, weil die aus ihrer Sicht „richtige“ Entscheidung feststeht und, um mit Merkel zu sprechen, „alternativlos“ ist. Erinnert sei hier nur an die Kritik zu den Konfliktthemen Migration,Innere Sicherheit, Corona-Pandemie Energieversorgung, Ukrainekrieg oder nationale Souveränität. Wer hier Kritik äußert wird schnell als Rassist oder Verschwörungstheoretiker abgestempelt.

Die Verengung des öffentlichen Diskurs verstärkt das Misstrauen der Bürger gegenüber demokratischen Institutionen. Das Perfide daran ist, dass der Diskurs nicht durch staatliche Zensur sondern durch sozialen Druck vor allem über die Mainstreammedien verengt wird d.h. „es wird nicht gegen das Volk, sondern am Volk vorbei regiert“.

Populistische Bewegungen wie die AfD sind nach Baberowski nicht Ursache, sondern Folge politischer Entfremdung. Statt sich mit diesem Phänomen auseinanderzusetzen, neigen die Medien und die etablierten Parteien dazu, ihre Positionen als Populismus moralisch zu dämonisieren und ihre Anhänger pauschal zu delegitimieren. Das führt zur Vertiefung der Spaltung, die man angeblich bekämpfen will.

Ein lebendiger und richtig verstandener Populismus kann für eine erschöpfte und abgewirtschaftete Demokratie durchaus auch ein Segen sein.

„Selig, die Frieden stiften, . .

denn sie werden Kinder Gottes genannt werden“ so steht es in den Seligpreisungen am Beginn der Bergpredigt (Matthäus 5,1-12).

Papst Franziskus hat im Sinne der christlichen Lehre Aufrüstung und Waffenlieferungen stets verurteilt. Er nannte die Rüstungskonzerne eine „Industrie des Todes“ und machte sie für viele Kriege verantwortlich.

Anders die beiden christlichen Kirchen in Deutschland. Sie verhalten sich, wie schon im 3. Reich, opportunistisch und halten „Aufrüstung und Waffenlieferungen grundsätzlich für legitim“ (Bischofskonferenz v.10.3. 2022) Sie seien „überzeugt, damit sowohl dem Evangelium als auch der Lehre der Kirche treu geblieben zu sein.“ Ähnlich argumentiert die Evangelische Kirche in ihrer Denkschrift „Welt in Unordnung…“ vom November 2025.

Gehören Bischöfe, die im Ukrainekrieg Aufrüstung und Waffenlieferungen befürworten, zu den Friedfertigen?

US-Außenminister Marco Rubio hat diesen Krieg einen Stellvertreterkrieg zwischen den Atommächten USA und Russland genannt d.h. es handelt sich sich hier nicht um einen unprovozierten russische Angriffskrieg sondern um einen Krieg, an dem der Westen eine Mitschuld trägt.

Papst Johannes Paul II. hat in seiner Botschaft zum Weltfriedenstag 1980 nachdrücklich auf den Zusammenhang von Gerechtigkeit, Wahrheit und Frieden hingewiesen und betont, dass der Friede ein Werk der Gerechtigkeit ist und dass die Wahrheit das Fundament ist, auf dem ein solcher Friede ruht“

4 Jahre sinnloses Blutvergiessen

Erich Vad, Brigadegeneral a.D und ehemaliger militärpolitischer Berater von Angela Merkel fordert seit Kriegsbeginn in der Ukraine mehr Diplomatie und europäisches Engagement für Frieden. All die Waffenlieferungen, so Vad, konnten die militärische Gesamtlage zugunsten der Ukraine nicht verändern. Reine Waffenlieferungen ohne Verhandlungen hält der General für unsinnig, weil dieser Krieg aufgrund der Kräfteverhältnisse auf dem Schlachtfeld nicht zu gewinnen ist.

Trotzdem befeuern deutsche PolitikerInnen und namhafte Leitmedien nach wie vor diesen sinnlosen Krieg. In Talkshows und sogar auf Kirchentagen wird der Krieg angeheizt, von Leuten, die nicht in die Todeszone hineinmüssen und die sich das Inferno wahrscheinlich auch nicht vorstellen können.

Amerikaner und Russen verhandeln seit 2 Jahren, der Vatikan hat, ebenso wie China und Brasilien, versucht, Friedensinitiativen auf den Weg zu bringen. Europa war untätig und hat moralisiert. Nur der vielbescholtene Viktor Orban hat während seiner EU-Ratspräsidentschaft Kiew, Moskau, Peking und Washington besucht und eine europäische Initiative anzuschieben versucht. Aus Europa und Deutschland kam nichts. Die Europäer sind sogar stolz darauf, nicht mit den Russen zu reden.

Dass man einem angegriffenen Land helfen will, ist verständlich, aber dass wir deutsche Sicherheitsinteressen hintanstellen und sogar einen europäischen Krieg mit Deutschland als Aufmarschgebiet und als logistische Drehscheibe der Nato in Kauf nehmen, ist nicht nachvollziehbar. Ein solcher Krieg würde, so Ex-General Vad, alles zerstören, was wir uns in den letzten achtzig Jahren aufgebaut haben.

Stichwort: Operationsplan Deutschland – Wintex-Übungen!

Bei diesem Plan geht es nicht darum, wie Deutschland geschützt werden soll, sondern wie Deutschland im Rahmen einer Nato-Verteidigung funktionieren soll. Wenn im Kalten Krieg die Abschreckung versagt hätte, wäre von Deutschland nichts mehr übrig geblieben.

Die Wintex-Übungen waren Stabsrahmenübungen der Nato, die das Zusammenspiel zwischen militärischer Verteidigung, Zivil- und Katastrophenschutz im Fall einer nuklearen Eskalation in Europa proben sollten. Helmut Kohl ist als Kanzler aus einer solchen Übung ausgestiegen und hat gesagt: „Schluss damit! Das ist für unser Land nicht tragbar“ Auch Helmut Schmidt hat gesagt:“Das kommt nicht in Frage“. Claus v. Dohnanyi hat in seinem Buch „Nationale Interessen“ darüber ausführlich berichtet.

Und was sagt Kanzler Merz? Wir hören nichts. Deutschland stellt auf Kriegsökonomie um und hofft mit Kriegsrhetorik vom wirtschaftlichen Abschwung und anderen kritischen Themen abzulenken. Investitionen in die Rüstungsindustrie bringen nicht mehr Wohlstand und wirtschaftliche Impulse. Diesen Fehler hat Deutschland in den 1930er Jahren schon einmal gemacht und stand zu Beginn des 2. Weltkrieges kurz vor dem Staatsbankrott.

Auch nach dem Ukrainekrieg wird Russland unser Nachbar bleiben d.h. wir müssen alles tun, um mit Russland in den Dialog zu kommen. Großmächte haben sicherheitspolitische und strategische Interessen. Die Russen wollen keine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine. Sie wollen keine westlichen Waffen an ihren Grenzen. Sie wollen keine westlichen Soldaten in der Ukraine und Sie wollen ein Mindestmaß an Kontrolle über die Ukraine als Pufferstaat gegenüber dem Westen. Sie verhalten sich nicht anders als die Amerikaner, die die Chinesen und Russen von ihren Grenzen fern halten wollen – deshalb Venezuela, Panama und Grönland.

Europa und das Christentum!

Die moderne westliche Welt irrt, wenn sie sich einbildet, ohne Religion auszukommen. Was geschieht mit unserer Zivilisation, wenn die Menschen das Christentum vergessen?

Je mehr die Menschen in Europa christliche Glaubensinhalte vergessen und vernachlässigen, desto häufiger stellt sich bei ihnen Verwirrung ein, denn sie verstehen sich selbst nicht mehr, weil sie nicht erkennen, dass das gesamte Gerüst, auf dem ihre moralischen Urteile, ihrer politischen Grundhaltungen und auch ihre intellektuellen Methoden basieren, in einer christlichen Zivilisation geformt wurden.

Wenn dieses Gerüst zerbricht, bleiben Menschen zurück, die nicht erleuchtet und befreit sind, sondern verwirrt, verängstigt und versklavt.

„Bist Du noch ein CSU‘ler“

hat mich ein Freund gefragt, der meinen Blog besucht hat. Offenbar hatte er Sorge, ob all das, was dort zu lesen ist, mit dem CDU/CSU-Programm kompatibel sei und den Parteivorgaben entspreche.

Ich habe ihm versichert, dass ICH meinen Grundüberzeugungen treu geblieben bin seit ich mich aktiv für die CSU engagiere. Demgegenüber habe die Union seit 2015 viele ihrer Positionen dem Rot-Grünen-Zeitgeist geopfert und ein Stück weit ihr Wertesystem verloren (vgl.Beitrag November 2025). Es sei unübersehbar, dass andere politische Kräfte jenes Vakuum ausfüllen, das entsteht, wenn die Union zunehmend ihren Markenkern verliert. Das alles bereitet mir Sorgen.


Wir brauchen keine weitere Aufblähung des Wohlfahrtsstaates sondern wir brauchen eine CDU/CSU die den Mut und die Kraft hat – mit wem auch immer – für unser Land wieder einen Marshallplan zu erstellen, in dem alle, die bereit, in der Lage und guten Willens sind, sich zu integrieren und zu engagieren, Arbeit und Unterkunft finden sollen.


Ich möchte mit meinen gelegentlichen Leserbriefen und mit diesen Beiträgen zum Nachdenken anregen, denn Fehlentwicklungen erkennen und schweigen ist sicher die schlechtere Alternative

Die Deindustrialisierung Deutschlands ist nicht gottgewollt sondern hausgemacht. Ohne Regulierungswahn und mit standortfreundlicher Politik findet in Ungarn – dem Schmuddelkind Europas – derzeit eine Elektro-Revolution statt – Thyssen, Mercedes, Audi, BMW… schaffen dort 20.000 neue Arbeitsplätze. Ungarn ist kleiner als NRW!!

Wann ist GENUG genug?

Nach dem Tod des türkischen Zugbegleiters Serkan C., alleinerziehender Vater von zwei Kindern, der von einem Schwarzfahrer mit griechischem Pass totgeprügelt worden ist und nach dem Tod einer Achzehnjährigen, die von einem Sudanesen, den unsere Regierung nach Deutschland eingeflogen hat, in Hamburg vor eine einfahrende U-Bahn gestoßen wurde, hören wir wieder die immer gleichen Floskeln von “Mitgefühl“ und „tragischem Tod“ und die hilflose Bekundung „Wir müssen Antworten geben auf solche Gewaltausbrüche“

Die Antwort liegt auf der Hand

Die Verrohung unseres Alltags hat vor allem mit den offenen Grenzen zu tun, denn die meisten Attentaten sind importiert. Täglich passieren acht gewalttätige Vorfälle in der Deutschen Bahn. die Zugbegleiter müssen ausbaden, was eigene verblendete linksgrüne „Willkommenskultur“ unserem Land immer noch zumutet. Wie lange noch, will Friedrich Merz diesem Treiben tatenlos zusehen und wann reißt uns, den Deutschen, auch den eingebürgerten, die Geduld?

Wie viele Tote in Bahnhöfen, Einkaufspassagen, Parks, Cafés und auf Märkten sind genug, damit wir endlich die Grenzen schließen und kontrollieren, wer in unser Land einreisen darf

Sicherheit & Ordnung kollabieren

Jahrzehntelang wurden Sicherheit und Ordnung als selbstverständlich betrachtet. Nun kollabieren beide immer schneller. Wieder einmal rollt eine Gewaltwelle durch Deutschland und wieder einmal schauen wir fassungslos zu.

Sicherheit und Friede sind keine Naturgesetze

In einer Gesellschaftsordnung in der unhöfliches und rücksichtsloses Verhalten zunehmen und Zivilcourage tödlich sein kann, gilt mehr und mehr das Recht des Stärkeren. Ein Staat, der sein Gewaltmonopol gegen Verbrecher nicht nutzt und seine Bürger nicht schützt, verspielt Ansehen und Legitimation.

Massenmigration allein ist nicht Ursache dieser Entwicklung

Die Behauptung, Menschen können sich nicht anpassen, ist eine Lüge. Die Ausbreitung des christlichen Glaubens, der unterschiedlichste Kulturen ergriffen und gewandelt hat, ohne sie zu zerstören, ist eindrucksvoller Beleg dafür, dass Menschen sich Konzepte aneignen können, die ihnen vorher fremd waren.

Die Frage ist nur, woran sich die Menschen, die nach Westeuropa kommen, anpassen sollen, nachdem wir selbst die Axt an unser Wertesystem angelegt haben.

Es ist ein fataler Irrtum zu glauben, dass Menschenwürde, Gewaltlosigkeit und Gerechtigkeit den Menschen nicht vermittelt werden müssen, sondern sich per se durchsetzen. Wir haben unser an der Wirklichkeit orientiertes Menschenbild durch ideologische Fantasiegebilde ersetzt und sind damit brutal gescheitert. Der Mensch ist von Natur aus weder demokratisch, noch gewaltlos und er will auch nicht gleich sein.

Menschen aus gewalt affinen Kulturen lassen sich befrieden – aber nicht von einer Kultur, die sich vom Naturrecht verabschiedet, sämtliche Brücken zur Transzendenz abgebrochen und dem reinen Materialismus verschrieben hat.

Immer mehr Menschen in unserem Land wachsen ohne familiäre Geborgenheit, ohne Liebe und ohne das Vorbild der Eltern auf d.h. sie lernen nicht, was Tugenden sind, wie man kommuniziert, miteinander zusammenlebt, Konflikte friedlich löst und wie man sich zu verhalten hat. Das hat vielfältige Auswirkungen auf unser gesellschaftliches Miteinander.

Es beginnt damit, dass mehr gepöbelt, mehr gerempelt, weniger Rücksicht genommen und weniger um Entschuldigung gebeten wird und endet damit, dass Menschen umgebracht werden, weil sie Fahrkarten kontrollieren oder Streit schlichten und bei sadistischen Gewalttaten strafunmündiger Kinder. Unsere Ideologen in Westeuropa können endlich beobachten, wie sich marxistische, materialistische und atheistische Prämissen mittelfristig auswirken

Es ist ein Irrtum zu glauben, unsere „Hochkultur“ würde unter dem Zustrom rückständiger Migranten kollabieren – ein Zustrom, den eine gesunde, funktionale Kultur im übrigen niemals zugelassen hätte. Wer selbst eine Kultur der Barberei pflegt, wird fremde Barberei nicht in Zivilisation umwandeln. Vielmehr verstärkt sich beides in der Konfrontation.

Recht und Freiheit sind keine Naturgesetze sondern müssen geschützt und verteidigt werden – sowohl vor der fremden als auch vor der eigenen Zerstörungswut. Fangen wir also bei uns selber an.

Trump‘s Rede in Davos

Trump konfrontiert in seiner Rede den kollektiven Westen mit Wahrheiten, die man hier nicht hören will. Er sagt “Bestimmte Orte in Europa sind nicht mehr wieder zu erkennen“ und benennt schonungslos die Folgen einer „destruktiven Politik“: „Geringeres Wirtschaftswachstum, niedrigerer Lebensstandard, niedrigere Geburtenraten, sozial destabilisierende Migration, zu kleine Streitkräfte“.

Das gilt auch hinsichtlich seiner brutalen Abrechnung mit Windrädern, die überall in Europa aufgestellt werden und die er für eine „grüne Heilslehre hält, die sich in Europa wie eine Religion ausbreitet.“„Je mehr Windräder ein Land hat, desto mehr Geld verliert dieses Land und desto schlechter geht es diesem Land

Trump beteuert ausdrücklich, „Ich liebe Europa und ich möchte, dass es Europa gut geht. Wir wollen, dass Europa stark ist und glauben an die Bande, die uns mit Europa als Zivilisation verbindet. Deshalb müssen Themen wie Energie,Handel, Einwanderung und Wirtschaftswachstum für jeden, der sich ein starkes und geeintes Europa wünscht, im Mittelpunkt stehen.“

Jeder weiß, dass Trump recht hat, aber seine protzige Art verbietet es, ihm Recht zu geben.

Demokratie & Cancel Culture

In einer demokratischen Gesellschaft entscheidet das Volk über sein eigenes Schicksal. Im Zweifel entscheiden die Interessen der Mehrheit.

Cancel-Culture schadet der Demokratie, weil sie die Meinungsbildung behindert. Sie wacht wie eine Sprachpolizei darüber, ob sich jemand korrekt verhält. Tut jemand das nicht, folgt ein Shitstorm. Im schlimmsten Fall werden Leute, die etwas angeblich Falsches sagen, entlassen.

Ohne einander widersprechende Meinungen gibt es keine demokratische Gesellschaft. Deshalb muss der Staat die freie Meinungsbildung ermöglichen. Bei uns passiert im Augenblick genau das Gegenteil. Unter dem Vorwand, die Demokratie zu verteidigen, wird in Deutschland und in ganz Europa die Meinungsfreiheit immer mehr eingeschränkt. In welchem Ausmaß Meinungsäußerungen unterdrückt werden, zeigen die

Sanktionen des EU-Ministerrates gegen Einzelpersonen. Ohne rechtliches Gehör und ohne Gerichtsverfahren werden Menschen wie im Mittelalter für vogelfrei erklärt. Ihre Vermögenswerte werden eingefroren, Konten gesperrt, ihre Reisefreiheit wird eingeschränkt und niemand darf ihnen mehr Geld und wirtschaftliche Vorteile verschaffen.

Ähnliches haben wir schon in der Corona-Zeit erlebt. So als gäbe es kein Grundgesetz, wurden Grundrechte der Bürger außer Kraft gesetzt. Ohne überzeugende wissenschaftliche Begründung wurden Kontaktverbote ausgesprochen, die Versammlungs- und Reisefreiheit eingeschränkt und die Menschen zur Impfung genötigt. Die Leute durften nicht einmal ihre sterbenden engsten Verwandten besuchen – eine unglaubliche Grausamkeit. Auch die deutsche Justiz hat hier versagt und viel Vertrauen verloren.

In der Cancel-Culture-Gesellschaft kommt auch die Denunziation wieder in Mode. Um aufmüpfige Bürger zu disziplinieren, werden Denunziationsportale eingerichtet und ein neuer Paragraf 188 StGB eingeführt, nach dem, wie früher, Majestätsbeleidigung, heute Beleidigung von Politikern, unter Strafe gestellt wird. Spitzenreiter der beleidigten Politiker ist Friedrich Merz mit fast 5000 Strafanträgen.

Ausgrenzung anderer bis zur Vernichtung ihrer Existenz waren Merkmale des Faschismus.

Als der Journalist Henryk M. Broder einmal gefragt wurde, warum die Deutschen das Aufkommen des Nationalsozialismus nicht verhindert hätten, antwortete er: „Weil sie damals so waren, wie sie heute sind“.

Mir scheint, eine neue Art des Faschismus ist – auf leisen Sohlen – im Anmarsch. Demokratie beruht auf Toleranz und Freiheit. Freiheit aber meint immer auch die Freiheit der Andersdenkenden.

Krieg gegen die Zivilbevölkerung . .

Krieg gegen die Zivilbevölkerung ist schändlich und muss scharf verurteilt werden. Jeden Tag sehen wir die gleichen grausamen Bilder: Millionen ukrainischer Haushalte bei klirrender Kälte ohne Strom!

Kriegsführung gegen die Zivilbevölkerung ist allerdings kein Alleinstellungsmerkmal Russlands. Die NATO hat sich in der Vergangenheit nicht besser verhalten.

Gehen wir zurück ins Jahr 1999. Beim Kosovo-Krieg beteiligt sich Deutschland erstmals wieder an einem Angriffskrieg, der – da gibt es keine Diskussion – völkerrechtswidrig war. In den ersten 78 Tagen flog die NATO mit Unterstützung deutscher Jagdbomber 35.000 Lufteinsätze gegen Rest-Jugolawien. Zuerst ging es gegen militärische Ziele. Als die pulverisiert waren, richteten sich die Angriffe auf die jugoslawische Infrastruktur – Straßen, Brücken, Strom- und Wasserversorgung. Es ging expressis verbis darum, die Zivilbevölkerung zu demoralisieren und die Regierung zur Kapitulation zu zwingen.

“Humanitär“ war an diesem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der NATO nichts. Die Kriegsverbrechen des Westens sind bis heute nicht aufgearbeitet. Eine juristische Verfolgung hat es nie gegeben und wird es auch nicht geben. Den Deutschen wurde damals erklärt, dass es sich hier nur um einen unvermeidlichen „Kollateralschaden“ handelt.

Eine Kriegsführung, die auf die Zerstörung der zivilen Infrastruktur abzielt, ist „ohne wenn und aber“ immer zu kritisieren; egal ob es sich um die „guten“ Bomben der NATO oder die „bösen“ Bomben Russlands handelt.

Es wäre wünschenswert, wenn sich diese Erkenntnis auch bis zur Regierung in Berlin und den Kommentatoren in den deutschen Medien herumsprechen würde.

Die Russen sagen, sie wollen mit ihrer Kriegsführung die Ukraine zwingen, einem Friedensvertrag zuzustimmen. Exakt so hat auch die NATO 1999 ihre Kriegsführung gegen die jugoslawische Zivilbevölkerung begründet.

Es gibt keine doppelten Standards. Beide Male war und ist es zynisch und falsch!

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