Dieser lateinische Satz aus der römischen Rechtsphilosophie geht auf Cicero zurück und steht für Gerechtigkeit. Seit die Nazis ihn an das Eingangstor des KZ Buchenwald geheftet haben gilt der Satz als „historisch belastet“.

Es zählt nicht, was gesagt wird, sondern wer es sagt

Katharina Dröge, die Fraktionsvorsitzende der Grünen, hat ihn kürzlich bei Maischberger verwendet und sich anschließend wegen dieses unbedachten Lapsus entschuldigt. Damit war die Sache erledigt. Hätte der AfD Politiker Tino Chrupalla diesen Satz verwendet wäre in den deutschen Medien die Hölle losgebrochen. Ich erinnere nur an den Satz „Alles für Deutschland“ von Björn Höcke: ARD-Sondersendung, Rücktrittsfforderung, Demos gegen rechts, Chorgesänge für ein AfD-Verbot. Ein halber Satz und die BRD reagiert hysterisch.Das Problem ist aber nicht der Satz sondern der Absender. Was bei den Grünen als Versehen durchgeht, wäre bei der AfD Grund für die Aufhebung der politischen Immunität und Thema für den Verfassungsschutz.

Doppelmoral in Reinform

Maßstab ist nicht mehr was gesagt wird, sondern wer es sagt. Demokratie lebt von klarer Rede und nicht von gefilterten Sätzen. Man kann nicht jeden historischen Satz unter der Lupe „deutscher Schuld“ betrachten und auf die Dichter und Denker der Antike anwenden.

Willkommen in Deutschland, wo nicht das Sagbare sondern das Erlaubte zählt. Man ist in unserem Land gut beraten, zweimal zu überlegen, was man sagt, denn wer spricht riskiert – wer schweigt bleibt unangreifbar.