Meine Tochter wohnt in Günzburg, einer netten Kleinstadt in der Nähe von Ulm. Das Kernkraftwerk Gundremmingen liegt um die Ecke und die beiden Kühltürme sind weithin sichtbar. Vor wenigen Tagen wurden sie gesprengt.
Von den beiden 56.000 Tonnen wiegenden Stahlbetonkolossen blieb nur noch ein riesiger Haufen Schutt. Bei den beiden Blöcken B und C hat es sich um ein voll funktionsfähiges Kraftwerk gehandelt, das nur stillgelegt war. Man hätte es jederzeit wieder hochfahren können.
Man zerstört zuerst was man hat und denkt dann darüber nach, wie man die verlorene Energie ersetzen kann. Angeblich ist ein Gaskraftwerk in Planung und rund um Gundremmingen sollen viele Photovoltaikanlagen entstehen. Es muss viel Sonne scheinen um die Leistung des zerstörten AKW zu ersetzen.
Dass sich in unserem Land kaum nennenswerter Widerstand regt, wenn moderne und klimafreundliche Kernkraftwerke zerstört werden, ist für mich unbegreiflich. Ich bin davon überzeugt, dass in 10 Jahren diese Zerstörungsorgien als die größten industriepolitischen Dummheiten der Nachkriegsgeschichte gelten. Unter den negativen Folgen dieser Fehlentscheidungen werden die Menschen in Deutschland noch lange zu leiden haben.