Der Stillstand in unserem Land ist kein Unfall und er ist auch nicht unabwendbar. In der politischen Mitte, einst Motor und Maßstab für Erfolg und Fortschritt herrscht heute Angst. Es fehlt an Führung, an Verantwortung und an Mut. Niemand traut sich neue Modelle zu entwickeln, Konzepte zu formulieren und eine Politik zu machen, die den Namen verdient.

Deutschland braucht einen radikalen Neuentwurf

Die zentralen Systeme unseres Staatswesens stammen aus den fünfziger Jahren: Die Rente, das Gesundheitswesen und wichtige Teile unseres Sozialsystems haben lange gut funktioniert. Doch die Welt hat sich verändert: Demographie, Digitalisierung, Globalisierung und eine veränderte Arbeitswelt erzwingen rasche Antworten auf die neuen Herausforderungen.

Die achtzig Jahre alte Bundesrepublik ist müde und klapprig geworden. Die Mitte, die so lange tragendes Element war, beschäftigt sich heute – jammernd und wehleidig – mit Feindbildern statt mit Zukunftsplänen.

Putin und die AfD sind sicher nicht schuld an dieser Entwicklung.

Sie haben weder unser Rentensystem geschreddert noch unseren Mittelstand erdrückt oder den gesunden Menschenverstand geraubt. Die AfD mag gefährlich sein – doch sie ist nicht schuld am Versagen der Mitte. „Sie ist lediglich das Symptom eines Landes, das Reformen scheut wie der Teufel das Weihwasser.“

Der Ruck, den Deutschland braucht sollte nicht von den Rändern kommen. Er muss aus der Mitte kommen. Das gelingt aber nur, wenn die Altparteien Verantwortung übernehmen und den Bürgern „reinen Wein einschenken“ statt immer nur nach Zustimmung zu schielen.

Solange in der Mitte die Angst regiert, bleibt alles beim Alten.