Die bevorstehenden Wahlen im Osten können die Bundesrepublik verändern. Ob zum Guten oder zum Schlechten ist eine offene Frage. Ziemlich sicher ist aber, dass die AfD weiter zulegen wird.
Die Motivationslage der AfD-Wähler ist relativ gut erforscht.
Wer AfD wählt will keinen neuen Faschismus, sondern erschwingliche Preise, bessere Bildung für seine Kinder weniger Kriminalität und Migration, kurz: er will ein Deutschland, das wieder funktioniert und international geachtet wird. Es würde unserem Land gut tun, das Klima verbessern und gleichzeitig den Höhenflug der AfD beenden, wenn die etablierte Politik sich mit dem unliebsamen politischen Konkurrenten sachlich auseinandersetzen würde statt ihn zu dämonisieren und mit Verbotsdrohungen zu überziehen.
Die Bekämpfung der AfD mit undemokratischen Mitteln und die Erzählung, es gehe dabei um die „Verteidigung unserer Demokratie“ ist, wie wir sehen können, ein wenig erfolgversprechender Weg.
Bei der Brandmauer geht es nicht zuerst und vor allem um die Bekämpfung von Rechtsextremismus und um die Rettung der Demokratie sondern um das genaue Gegenteil: es geht um die machtpolitische Absicherung einer Politik, die große Teile der Bevölkerung nicht mehr wollen und auch nicht mehr gewählt haben. Die Bürger wählen mitterechts und bekommen mittelinks.
Diese Ausgrenzung führt zu immer mehr Frust bei den AfD Wählern und erspart der Partei Klärungsprozesse, die im Fall einer Regierungsbeteiligung unerlässlich wären z.B. wo genau steht die AfD bei Fragen zur Wehrpflicht, zur Rente, zu den Rüstungsausgaben uvm. Ausgrenzung fördert Radikalisierung, Regierungsbeteiligung Anpassung.
Die Brandmauer bringt der AfD immer mehr Wähler und irgendwann wird es den ersten Landtag geben, in dem die AfD keinen Koalitionspartner mehr braucht.