Was auch immer auf der Welt passiert, die Frage in den deutschen Medien lautet stets: „Nützt das Weidel und ihrer Partei?“

In Amerika, Frankreich und Italien fragen die Medien bei Krisen und Kriegen: Was bedeutet das für die Regierung? In Deutschland hingegen lautet die bange Frage: Nützt das der AfD? „Angst vor Jobverlust nützt der AfD“ (SZ), „Die Energiekrise stärkt die AfD“ (Handelsblatt), „Der Spritpreis wird zur AfD-Hilfe“ (Bonner Generalanzeiger) . . .

  • Die Regierung tut nichts gegen die wirtschaftsfeindliche Energiepolitik, weil die AfD das fordert
  • Die Regierung verschärft die Asylpolitik nicht, weil das den Forderungen der AfD entgegenkommen würde.

Kubicki, der FDP-Vorsitzender werden will, sagt: „Ich kenne keine Brandmauer“ und wird deshalb von den Mainstream-Medien als Rechtspopulist beschimpft, weil es sich „nach rechts anbiedert“

Ex-Verfassungsrichter Peter Müller (CDU) fordert die Parteien in der SZ auf, die Brandmauer gegen die AfD abzubauen. Wenn etablierte Parteien Positionen, die sie für richtig halten, nur deshalb nicht vertreten, weil sie auch von der AfD geteilt werden, dann kann das im Extremfall zur Unregierbarkeit eines Landes führen, weil parlamentarische Mehrheiten blockiert werden. Die Brandmauer führt – wie wir beobachten können – tatsächlich dazu, dass Gesetze, die eine Mehrheit hätten, nicht verabschiedet werden, weil sie von der AfD kommen.

Würde die Brandmauer fallen, dann müsste auch die AfD vom fröhlichen Leben als Fundamentalopposition in die Verantwortung wechseln – das würde ihr sicher guttun.

Die systematische Ausgrenzung und Benachteiligung der AfD und der unfaire Umgang mit den AfD-Abgeordneten (sie werden nicht in Parlamentspräsidien gewählt und dürfen keine Fachausschüsse leiten!!), obwohl sie, genauso wie alle anderen auch, vom Volk gewählt sind, ist nicht nur undemokratisch sondern auch brandgefährlich, weil dadurch das Vertrauen der Bürger in den Rechtsstaat erschüttert wird und Radikalisierungstendenzen zunehmen.

Wer wählt und dann erlebt, dass die von ihm gewählten Abgeordneten im Parlament benachteiligt werden, der verliert den Glauben an das politische System