1968 kämpften die Grünen für Frieden ebenso wie für Umwelt- und Klimaschutz. Das war richtig, weil Beides zusammengehört. Leider haben die Grünen in den achtziger Jahren ihre Verbindung zur ökologischen Friedensbewegung aufgegeben und sich von ihren pazifistischen Wurzeln gelöst. Heute unterstützen sie Kriegshandlungen und reden jeder militärischen Eskalation das Wort. Gleichzeitig verfolgen sie völlig kopflos und ohne Rücksicht auf das Wohlergehen der Menschen in Deutschland illusorische Klimaziele.
Wir alle kennen die Appelle
. . . lasst im Hotel die Handtücher am Haken, fahrt weniger Auto, verzichtet auf Flugreisen, esst weniger Fleisch, plädiert für Tempolimit auf Autobahnen. Wir nehmen es sogar hin, wenn eine EU Verordnung vorschreibt, dass die Deckel an Wasserflaschen fest mit der Flasche verbunden bleiben müssen um Plastikmüll zu vermeiden. Schon unseren Kindergartenkinder wird die Angst vor einer klimatisch-ökologischen Katastrophe eingehämmert.
Wir alle sind uns einig, dass der Schutz der Umwelt und des Klimas wichtig sind. Die Politik weiß aber ganz genau, dass all ihre Klimaziele durch den militärischen Bereich und vor allem durch die Kriege im Iran und in der Ukraine ad absurdum geführt werden. In seinem Buch „Militär,Rüstung,Klima“ legt Olaf Achilles das Ergebnis langjähriger Forschungen vor. Ich bilde mir als Jurist nicht ein, all die naturwissenschaftlichen Ausführungen und ihre Herleitung zu verstehen. Aber die vorgestellten Ergebnisse erscheinen mir plausibel und ich frage mich, warum keiner der grünen Umwelt- und Klimafanatiker sich mit den Ergebnissen dieser Forschung auseinandersetzt.
Achilles erklärt, dass Militär und Klimaschutz unvereinbar sind – weil Frieden und Klima einander bedingen. Wenn Achilles falsch liegt, dann sollte der linke Mainstream seine Argumente widerlegen. Wenn aber das, was er sagt, richtig ist, dann müsste die Regierung – allein schon im Interesse des Klimaschutzes – alles tun, um Kriege durch Verhandlungen zu beenden statt sie mit Waffenlieferungen weiter zu befeuern und zu verlängern.
Im Internet kann man sich mit Hilfe der künstlichen Intelligenz erklären lassen, welche Treibgasemissionen durch Patriot Raketen entstehen. Die Zerstörung von Förderplattformen, marinen Pipelines und LNG Terminals führt zu einem unkontrollierten Austritt von unverbranntem Erdgas. Wenn durch kriegerische Handlungen Millionen Tonnen Erdgas entweichen führt das lt. Achilles zu thermischen Schockwellen, die die oben beschriebenen zivilen Einsparbemühungen über Jahrzehnte hinweg pulverisieren. Jedes Jahr wird beim Erdüberlastungtag in den öffentlich-rechtlichen Medien beklagt, dass wir zu viel Wasser verbrauchen, dass die Meere überfischt werden und dass Regenwälder gerodet werden. Über die viel gravierenden ökologischen Kriegsfolgen verliert man hingegen kein Wort. Das Thema ist offenbar sakrosankt, weil die böse russische Union angeblich europäische Länder angreifen will und weil man die Ukraine vor Russland schützen müsse.
Ökologische Folgen der Nord Stream Sprengung 2022
Darüber machen sich die Mainstream Medien keine Gedanken. Wenn man die künstliche Intelligenz fragt, dann antwortet sie, dass die Sprengung eine enorme Freisetzung des Treibhausgas Methan zufolge hatte. Lt. Umweltbundesamt entsprachen die Emissionen 7,5 Mill. to CO2, das über die Strömungen verteilt in die Luft entwichen ist. Achilles setzt sich in seinem Buch mit diesem Thema intensiv auseinander.
Heuchelei und Betrug
Nach dem Kyoto Protokoll (1997), dem ersten völkerrechtlich verbindlichen Vertrag zur Eindämmung des Klimawandels sind militärische Emissionen offiziell von der Meldepflicht ausgenommen. Das kommt wahrscheinlich daher, dass die Klimaforschung seit 1945 institutionell mit dem Militär verflochten ist. Man kann daraus unschwer schlussfolgern, dass die ökologische Realität gegenüber den geopolitischen Interessenlagen und den militärisch für notwendig gehaltenen Aktionen zweitrangig ist. Dabei verkennt man, dass die physikalische Realität der Erdatmosphäre, keine völkerrechtlichen Grenzen und keinen nationalen Sicherheitsinteressen kennt, weil jede Detonation und jede Zerstörung fossiler Infrastruktur die ökologische Stabilität gefährdet und das planetarische Gleichgewicht belastet, das für uns alle unverzichtbar ist und für das wir gemeinsam Verantwortung tragen.
Vor diesem Hintergrund ist die Forderung, dass die Friedens- und Umweltbewegungen wieder zueinander finden müssen, dringend geboten.